In einem intensiven und spannenden Spiel entscheiden die letzten 5 Minuten über Sieg oder Niederlage.
Die beiden ersten Viertel gewannen die Paderborn Baskets souverän mit 20:15 und 22:16. Nach der Pause kamen die Spieler von EnBW besser ins Match und gewannen das 3. Viertel mit 21:16. Im letzten Viertel wehrten die Paderborn Baskets den zunehmenden Druck der Ludwigsburger ab. 13 Sekunden vor Schluß rettete Matt Terwilliger mit einem verwandelten 3er sein Team mit 69:69 in die Verlängerung.
wir wissen, dass Fans eines Sportvereins viel mitmachen, viel mitfiebern, oft mitreisen, aber auch eine Menge durchmachen müssen.
Ihr geht mit der Mannschaft durch Himmel und Hölle, unterstützt diese bei jedem Heimspiel, und legt an den Wochenenden, oder in der Woche, unzählige Autobahnkilometer zurück, um eure Mannschaft für knapp 90 Minuten auch auswärts zu unterstützen. Der eine oder andere legt sogar seinen wohlverdienten Urlaub so um, dass die Möglichkeit besteht, das eigene Team in der entlegensten Stadt zu besuchen und anzufeuern. Das kostest viel Freizeit und Geld, unabhängig davon, ob man zuhause oder auswärts mitfiebert.
Den Fans blieb die Spucke weg, als sie am Samstag den Artikel “Mehr Zeit für die Deutschen” über die Situation ihrer Mannschaft gelesen haben. Darin wird Wolfgang Walter zitiert, der zum Thema Klassenerhalt nur noch folgende Worte übrig zu haben scheint: “Die Saison ist gelaufen”.
Diesen Satz hätte es nicht geben dürfen. Nicht in dieser Form und nicht vom Präsidenten eines Sportvereins, der mit dieser Aussage vom seinem eigenen Team zurückzutreten scheint.
Wer jetzt einwendet, dass es sich hierbei nur um eine Aussage handelt, die die schlimmsten Befürchtungen nur bestätigt, verkennt das eigentliche Problem. Denn wie immer geht es darum, wie und in welchem Kontext etwas ausgesagt wird und nicht unbedingt was? Kurzum: Der Ton macht die Musik. Und dieser hängt hier schief!
Um nach einem solchen Spiel, wie es am Donnerstag in Braunschweig stattgefunden hat, die passenden Worte zu finden, bemüht man gerne den Vergleich. Die Neue Westfälische nutzt in ihrer Kritik den Hinweis auf den neuen Baskets-Trailer dazu, das Spiel gegen die NewYorker Phantoms Braunschweig mit “Im falschen Film” zu betiteln und bereits jetzt schon darauf hinzuweisen, dass das kommende Spiel sich wohl zu einem Katastrophenfilm entwickeln könnte.
Eine andere Möglichkeit bietet sich, wenn ein Vergleich aus der Lernpsychologie herangezogen wird, die zwischen misserfolgsorientierten und erfolgsorientierten Typen unterscheidet. Und da entgegen aller Wünsche und Hoffnungen der Misserfolg des vorhergehenden Spiels das Verhalten vieler Spieler erneut beeinflusst hat, werden die Windungen der Abwärtsspirale zunehmend zu einem stärkeren Sog führen, dem sich die Baskets nicht entziehen können und – wohlgemerkt – nicht entziehen wollen. Daran können auch die Lernwilligen wie Haynes oder Simon nichts ändern.
Wenn man nach dem letzten Spiel die Frage gestellt hätte, wo die Stärken der Paderborn Baskets liegen, dann hätte der eine oder andere vielleicht etwas ironisch angemerkt: “In der ersten Halbzeit.”
Stimmt soweit, klingt erstmal nicht so schlecht, lässt aber vermuten, dass in der zweiten Hälfte etwas nicht stimmt. Ja, man kann davon ausgehen, dass Spieler, Trainer und Fans davon wissen. Obwohl hier anzumerken ist, dass es viele Spiele gab, in denen bereits die erste Halbzeit Probleme gemacht hat. Fazit: Entwicklung ist möglich.
Nein, so hätte es nicht kommen müssen. Eine 65:91 Niederlage hätte es nicht sein dürfen. Und so war dann doch alles wie immer. Die Baskets begannen vielversprechend, aber letztendlich animierte das Spiel die Presse nur zu populären Metaphern: “Die Baskets agierten am Ende […] wie die seelenlosen Zombies im Michael-Jackson-Video ‘Thriller’.”
nach dem Spiel gegen die GIANTS Düsseldorf stehen für uns weiterhin der Sieg und der Jubel nach dem entscheidenden Drei-Punkte-Wurf von DeAndre Haynes im Vordergrund. Trotz einer erneuten problematischen zweiten Halbzeit, des knappen Ergebnisses und einer großen Portion Glück war dieser Sieg nicht nur im Hinblick auf die Tabelle von Bedeutung. Das spannende und erfreuliche Ende gab den Paderborner Spielern endlich die Möglichkeit, Profil zu zeigen und die Maspernhalle durch einen erhöhten Pulsschlag wiederzubeleben.
Wir lassen das jetzt mal mit der Spielkritik, freuen uns über den Buzzer Beater von DeAndre Haynes, vergessen die zweite Halbzeit und sagen schlicht und einfach: die Paderborn Baskets haben gestern gegen die Düsseldorf GIANTS mit 65:64 Punkten gewonnen.
Nach dem ersehnten Sieg war jeder von den rund 1.500 Zuschauern in der Maspernhölle froh, dass dann doch das Spiel mit seinem spektakulären Ende im Mittelpunkt stand und nicht die Story rund um das RTL-Team. Denn dieses Ereignis findet bis jetzt nirgends Erwähnung. Gott sei Dank!