BBL, HBL, DEL – Bundesligen in der Krise?
In der Frankfurter Rundschau werden die Probleme der Handball-, Basketball- und Eishockey-Bundesliga diskutiert. Denn der Schatten von König Fußball ist in Deutschland immer noch lang und dunkel.
Überraschende Neuigkeiten hält diese Bestandsaufnahme in der Frankfurter Rundschau nicht bereit, denn die Probleme sind die alten. Aber genau aus diesem Grund erfordern sie eine wiederkehrende Thematisierung.
Beispielsweise beklagt der Geschäftsführer des DEL-Klubs Kölner Haie in der Frankfurter Rundschau, dass es „von der finanziellen Seite her äußerst schwierig [ist], eine Eishockey-Saison vorzubereiten“. Eine Aussage, die bei den Verantwortlichen vieler BBL-Klubs und krisengebeutelten Fans ebenfalls auf Zustimmung treffen würde, da auch innerhalb der Basketball-Bundesliga die überlebenswichtigen Sponsoring-Verträge jährlich neu aufgesetzt werden müssen, oder neue Sponsoren gefunden sowie überzeugt werden müssen.
Gelegentlich ist damit auch eine Änderung der Klubbezeichnung verbunden. Beispielsweise wurden aus den Paderborn Baskets schon die „digibu“ und „webmoebel“ Baskets gemacht. Für die Identifizierung mit dem Klub eher kontraproduktiv. Auch die Skyliners hatten bereits Opel und die Deutsche Bank im Namen. Fußballfans in Deutschland müssen so manchen Sponsor nur auf dem Trikot ertragen oder als Stadionsponsor dulden. Insbesondere letzteres ist äußerst unpopulär wie zuletzt das Beispiel des Hamburger Volksparkstadions bzw. der Imtech Arena gezeigt hat. Aber Namenssponsoring ist im deutschen Fußball nicht denkbar. FC Red Bull München – ausgeschlossen.
Die Ursache für diesen Sponsorenkampf liege in der fehlenden Fernsehpräsenz. Den Verantwortlichen der Öffentlich-Rechtlichen seien die Klagen der Nicht-Fußball-Klubs zwar bekannt, doch eine Änderung sei nicht in Sicht. Auf der einen Seite könne man keine „Entwicklungshilfe“ leisten (ZDF) und auf der anderen Seite, sei der Umfang der Berichterstattung durchaus umfangreich (ARD).
In den Ligen herrscht diesbezüglich eine andere Stimmung wie die FR berichtet: „’Wir sind so weit, zu sagen: Notfalls bringen wir das Tape mit dem Fahrrad vorbei’, übt sich der KEC-Geschäftsführer in Galgenhumor.“
Aus diesem Grund war Vertrag mit dem DSF/Sport 1 für die BBL sehr wichtig, auch wenn die Zahl der Übertragungen nur für die abgeschlossene Saison 2009/10 in der Pressemitteilung angedeutet wurde: „Mindestens 50 Mal wird das DSF live von den Spielen der Basketball Bundesliga in der Saison 2009/2010 berichten.”
Der ehemalige Mäzen des Handball-Provinzklubs SG Wallau-Massenheim sieht eine Lösung für die Probleme der Bundesligen nur in „eine[r] gemeinsame[n] Kraftanstrengung von Offiziellen, Sportlern und Geldgebern“ und kommt zu dem Schluss: „Man darf nicht sagen: Nur der Fußball ist noch tragbar. Und man muss alles tun, um die anderen Sportarten noch attraktiver zu machen.“
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