Beton statt Parkett – Mythos Streetball
Es gibt Käfige voller Helden, Käfige voller Narren, aber auch „Käfige voller Talente“. Letztere sind die berühmten New Yorker Basketballplätze „The Cage“ und „Rucker Park“, welche die Geburtsstätte vieler NBA-Spieler waren.
„The Court“ liegt im Greenwich Village, jenes legendäre Künstler- und Szeneviertel, das sich seine schmutzige Seite stets bewahrt hat. Rucker Park liegt in Harlem, einem Hauptzentrum afro-amerikanischer Kultur in den USA.
Das was diese öffentlichen Basketballplätze gegenüber der einen oder anderen europäischen Variante unterscheidet, ist der New Yorker Sommer, den es nur in dieser acht Millionen Menschen umfassenden Großstadt geben kann: mit seiner Hitze, seinen Gerüchen und all seinem Gestank. Darüber hinaus ist es der Mythos, der die Hässlichkeit dieser Plätze überragt. Die Namen und die Erfolge von Spielern, die vor ihrer Karriere dort gespielt haben, oder immer noch dort vorbeischauen, überbieten den Charme dieser Plätze bestehend aus der kühlen Ausstrahlung von Beton und Stahldraht. Und über allen schwebt der Name Kareem Abdul-Jabbar.
Dem Mythos, dem NBA-Traum, steht aber die nüchterne Bilanz gegenüber, dass es nur 35 von 40.000 Spielern schaffen, die in jungen Jahren Basketball gespielt haben. Aber auch wenn die Biographien vieler Spieler vor dem Court keinem amerikanischen Traum gleichen, sind sie im Cage oder Rucker Park für einen kleinen Moment diesem doch näher als man denkt.
Aufgrund des hohen Spielniveaus, das nicht nur während der Turnierzeit zwischen Memorial Day Ende Mai und Labor Day Anfang September den Spielalltag bestimmt, bleiben die Plätze „ein Wunderland der unbegrenzten Möglichkeiten“ (FAS).
Ein Umstand, der seit den 1990er Jahren Streetbasketball in Deutschland und Europa erfolgreich begleitet.
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