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Körperloser Sport Basketball? Ein altes Klischee frisch aufgewärmt.

Baskets-Blog powered by Armada athleticEigentlich wollte Ex-Referee Urs Meier nach dem Spiel Deutschland gegen Serbien nur die kritikwürdige Arbeit eines Kollegen kommentieren, der dem Spiel auf eine besondere Art und Weise Farbe verliehen hat: mit sieben Gelben Karten und einer folgenschweren Gelb-Roten Karte für Nationalstürmer Miroslav Klose. Doch mit der Aussage “Das NBA-Finale war gestern Nacht. Fußball ist kein körperloses Spiel.”, die so viel bedeutet, dass der Schiedsrichter nicht so kleinlich hätte sein sollen, hat er zwar Kritik an der Flut von Gelben und Roten Karten gehegt, aber auch ein altes Klischee aufgekocht und einige Basketball-Fans deutlich verstimmt.

Deutschland trifft im zweiten Vorrundenspiel auf den Gegner Serbien und kassiert eine 0:1-Niederlage. Neben dieser Niederlage war es insbesondere das Verhalten des Schiedsrichters Alberto Undiano, der mit seinen Pfiffen Fans, Spieler, Trainer und Experten im wahrsten Sinne des Wortes auf die Palme brachte: 26 Fouls im gesamten Spiel, sieben Gelbe Karten und ein Platzverweis.

Die Reaktionen auf das kleinliche Pfeifen ließen dementsprechend nicht lange auf sich warten und reihten sich in die bereits geführte Diskussion über die Qualität der WM-Referees ein. So kommentiert Bastian Schweinsteiger, dass es nicht gut für den Fußball sei, wenn es in jedem WM-Spiel Rote Karte gäbe. Und für Bundesliga-Schiedsrichter Knut Richter stand das Verhalten von Undiano schlechthin für fehlende Persönlichkeit und Hilflosigkeit. Soweit so gut! Bis Urs Meier den alten Vergleich bediente, demnach Fußball ein körperbetonter Sport und Basketball ein körperloser Sport sei. Ein Vergleich, der auf den überholten Satz: “Basketball ist theoretisch ein Spiel ohne Körperkontakt” zurückzuführen ist und der Vorstellung, dass sich nur Fußballer so richtig ins Zeug legen können und müssen. Doch diese Bezeichnung ist irreführend, “da eigentlich nur im Augenblick des Wurfes die Berührung des Gegenspielers nicht erlaubt ist”, wie es ebenso deutlich auf Wikipedia zum Begriff Basketball heißt und somit viele Leser erreichen sollte und Urs Meier hätte erreichen können.

Viel problematischer als der Rückgriff auf eine veraltete Formulierung ist aber der unüberlegte Vergleich zweier Sportarten mit der indirekten Disqualifikation des Basketballspiels: viele Pfiffe, viele Spielunterbrechungen gleich Langeweile. Doch jeder Basketball-Fan und grundlegend Sportinteressierter weiß, dass Basketball ein Sport ist, der Mitdenken und Teamgeist erfordert, und sich vor allem durch Schnelligkeit und Athletik auszeichnet. Darüber hinaus macht es wenig Sinn, das Verhalten der Schiedsrichter unabhängig von dem unterschiedlichen Regelwerk zweier Sportarten zu vergleichen, in denen Fouls als auch Faktoren wie Zeit und Abstand jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf den Spielverlauf haben.

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