Zu viel des Guten? Alba hat es sich in den Playoffs bisher schwer gemacht
Am Mittwoch tritt Alba Berlin in der Frankfurter Ballsporthalle zur nächsten “Do or Die”-Partie gegen die Frankfurter Skyliners an. Ziel ist es, einen Sieg einzufahren und somit ein fünftes Spiel am Freitag in Berlin zu erzwingen. Bereits im Vorjahr machten es die Paderborn Baskets den Berlinern schwer und forderten die Albatrosse in allen fünf Spielen der „best of five“-Serie heraus. Doch nach dem diesjährigen 0:2-Start in die Playoffs wird die Frage laut, ob Alba zu viele Baustellen geöffnet hat, wo es im Moment nur eine geben sollte: den Titelkampf.
Kaum wirkte der zweite Platz in der Bundesliga-Hauptrunde für die Berliner wie ein Nicht-Erreichen der Playoffs nach, stand das Team im Luka Pavicevic bereits selbstredend „mit dem Rücken zur Wand“. Schuld daran waren die beiden Niederlagen gegen die Frankfurter Skyliners. Und da Alba insbesondere in Spiel zwei außergewöhnlich wenig Chancen hatte, und am Ende sehr deutlich wurde, dass den Berlinern die Kraftreserven ausgegangen waren, wurde direkt im Anschluss nach den Gründen für diesen ungewohnten Überlebenskampf gesucht.
Zum einen wird die Doppelbelastung des Teams durch Bundesliga und die Teilnahme am Eurocup hervorgehoben, denn lange Reisen, bis zu drei Spiele pro Woche und begrenzte Zeit zur Regeneration zollen ihren Tribut. Zum anderen kommen zu diesem körperlichen Stress, weitere mentale Stressfaktoren hinzu. Beispielsweise das Bangen um den Eurocup-Startplatz, der wirtschaftlich und sportlich ein herber Rückschlag wäre. Hinzu kommt die angestoßene Schiedsrichterdebatte und der Konflikt mit der BBL-Führung sowie die plötzliche Suspendierung des slowenischen Nationalspielers Jurica Golemac.
In dem kommenden Spiel wird sich jedoch zeigen, ob der letzte Alba-Sieg ein Befreiungsschlag war und die körperlichen und mentalen Reserven mobilisiert werden konnten. In der Berliner Morgenpost heißt es dazu: “Alba drehte noch nie einen 0:2-Rückstand im Play-off. Geschichte schreiben unter Druck – nicht mehr und nicht weniger ist heute gefragt.” Wenn nicht, werden die oben genannten Ereignisse wohl vermehrt für Diskussionsstoff sorgen, auch wenn es ohne ein mögliches Aus in Frankfurt, ein ebenfalls arbeitsreicher Sommer werden dürfte. Bei Alba laufen acht Verträge aus.
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