9809 Minuten! Mehr Zeit für den Nachwuchs
Sport braucht Leistungsträger und Identifikationsfiguren – international wie auch national. Sie sind das Aushängeschild für den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg eines Teams. So prägen im Fußball Stars aus aller Welt das Spiel in der Bundesliga, ohne das dabei nationale Spieler aus dem Blickfeld geraten, denn was wäre der Nationalsport ohne ebensolche Sympathieträger. Das weniger populäre Basketballspiel leidet in Deutschland darunter, das zu wenig Geld in die nationale Talentförderung fließt. Doch ab der kommenden Saison 2010/11 müssen fünf der zwölf auf dem Spielberichtsbogen vermerkten Spieler einen deutschen Pass besitzen.
Wer erinnert sich nicht noch an das letzte Jahr und das Ringen der Vertreter der 18 BBL-Clubs und der BBL-Spitze um die Deutschen-Quote in der Bundesliga, dem ein heftiger Disput zwischen BBL-Geschäftsführer Jan Pommer und Bundestrainer Dirk Bauermann vorangegangen war? Damals war Bauermann mit seiner geforderten 4+1-Regel gescheitert, nach der stets ein deutscher Spieler auf dem Feld stehen muss. Jedoch wurde ein Fünf-Jahresplan verabschiedet, in dem vorgesehen ist, dass bis zur Saison 2014/15 sechs der zwölf Spieler im Kader einen deutschen Pass besitzen müssen.
Aufgrund der hohen Brisanz des Themas überrascht es, das Bauermann, der seit Jahren für eine bessere Talentsicherung und frühe Spitzenforderung plädiert, dieses Jahr ein positives Fazit zieht: “Sowohl die tatsächlichen als auch die wahrgenommenen Spielanteile der Deutschen in der Bundesliga sind gestiegen. Es gibt mittlerweile nicht mehr einige wenige, sondern viele Vereine, bei denen sie eine prominente Rolle spielen, sie sind Aushängeschilder und Sympathieträger”.
In nackten Zahlen bedeutet das, dass die deutschen Nachwuchs-Profis in der Bundesliga-Hauptrunde insgesamt auf 9809 Minuten Einsatzzeit kamen. Ein Anstieg ist ebenfalls bei den eingesetzten U24-Spielern von 51 auf 64 Akteure zu verzeichnen.
Am meisten Einsatzzeit erhielten deutsche Profis in der Hauptrunde bei ratiopharm Ulm. Platz zwei belegen die Brose Baskets und Platz drei die webmoebel Baskets. Schlusslicht bilden die Artland Dragons.
Die Liga-Leitung sieht sich damit in ihrem im Sommer 2008 eingeführten Ausbildungs-Fonds bestätigt, nach dem die Clubs, die vermehrt auf deutsche Spieler setzen, finanziell belohnt werden.
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