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Basketball-Dramen in Berlin und Düsseldorf

ALBA_BerlinWas unterscheidet Berlin und Düsseldorf? Geografische Daten, das politisches Spektrum, die kulturelle Landschaft oder die wirtschaftliche Lage? Ein Unterschied besteht darin, dass Düsseldorf seit über zweieinhalb Jahren schuldenfrei ist und Berlin auf einem Schuldenberg von 60 Milliarden Euro sitzt. Auch wenn Düsseldorf im Haushalt die Nase deutlich vorn hat, wendet sich im Bereich Basketball sportlich als auch wirtschaftlich das Blatt: Berlin – souverän wie immer – Playoff- und Meisterkandidat mit einem Etat von mehreren Millionen Euro, Düsseldorf überraschender Absteiger und insolventer Verein. Zwei Dramen, deren Ausgang noch offen ist.

Die GIANTS Düsseldorf beklagen ein Finanzloch von 320.000 Euro, sodass nach dem sportlichen Abstieg aus der Beko BBL nun auch das finanzielle Aus droht. Die letzte Rettung für den Profi-Basketball in Düsseldorf liegt seit letzter Woche in den Händen eines Insolvenzverwalters und in der Hoffnung auf positive Abschlüsse in laufenden Gesprächen mit Sponsoren.

Wenn die Tragödie um die GINATS Düsseldorf dem klassischen Dramenverlauf folgen würde, dann ist die Handlung bereits auf ihrem Höhepunkt bzw. Wendepunkt angekommen. Nach einer schwierigen Ausgangslage haben sich die Ereignisse in dieser Saison zugespitzt. Nach dem Umzug in die Landeshauptstadt Düsseldorf wurden die Planzahlen übernommen, obwohl die Kosten für die Spielerwohnungen und die Geschäftsstelle auf Düsseldorfer Niveau angestiegen sind. Gleichzeitig gingen die Einnahmen deutlich zurück, insbesondere auch durch ein reduziertes Engagement des Hauptsponsors sowie der städtischen Sponsoren, wohingegen die Personalkosten aufgrund laufender Verträge weiterhin hoch blieben. Trotz dieser Schieflage gibt man sich optimistisch und schließt nach möglichen Sponsoringverträgen und Einigung mit Gläubigern eine Teilnahme am Wildcard-Verfahren nicht aus.

Auf dem Höhepunkt befindet sich ebenfalls der Konflikt zwischen ALBA Berlin und der BBL-Spitze, der durch die öffentliche Kritik an Schiedsrichtern ausgelöst wurde. In dessen Zentrum steht jedoch nicht diese Kritik allein, sondern die disparaten Ansprüche an die Ausrichtung der Liga. Das betreffe unter anderem die Strukturierung des Spielplans oder den neuen Pokalmodus, aber insbesondere den Qualitätsstandard der Liga. Die Liga wolle durch Spannung und Überraschung erfolgreich sein und ‚sehe’ daher herausragende Teams und Serienmeister – wie ALBA Berlin – ungern. So der Vorwurf. Die Folge ist längst bekannt: ALBA hat sich mit dem Argument aus allen BBL-Gremien zurückgezogen, in Zukunft die Energie „auf die Dinge konzentrieren, bei denen man davon ausgehen kann, dass [der] Aufwand auch Früchte trägt“.

Zurzeit treten – abgesehen von gegenseitigen Vorwürfen – keine weiteren konstruktiven Informationen zu dem Verlauf des Disputs an die Öffentlichkeit. Doch auch hier ist das letzte Kapitel noch nicht geschrieben, wie der Kommentar von Ex-Paderborner Marius Nolte deutlich werden lässt, der die Debatte vor dem Playoff-Start in eine weitere Richtung gestoßen hat: „Alba versucht Druck auf die Schiedsrichter auszuüben“.

ALBA hat das erste Playoff-Spiel verloren. Auch hier wird der letzte Akt wohl noch geschrieben.

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