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Mit der Lizenz zum Spielen

paderborn_baskets_korbWas hat Basketball mit Jura zu tun? Eine jede Menge. Und so erwischt man sich auch dieses Jahr dabei, wie man nach dem Lesen einer aktuellen Beko BBL-Pressemitteilung erneut die Phrasen „Vertrag mit auflösenden Bedingungen“ und „Vertrag mit aufschiebenden Bedingungen“ nachschlägt. Auch dann noch, wenn man die Realität, die sich hinter dieser Formulierung verbirgt, meistens kennt: sportlicher Abstieg, kein Eigenkapital, zu geringe Sponsoringeinnahmen, zu kleine Halle oder vakante Stellen in der Geschäftsführung.

„Mit einer aufschiebenden Bedingung wird der verbindliche Beginn eines Vertrages bzw. die in einem Vertrag festgelegte Rechtsfolge von dem Eintritt eines bestimmten Umstandes abhängig gemacht.“ Und unter dem Stichwort „auflösende Bedingung“ heißt es: „Die in einem Rechtsgeschäft festgelegte Rechtsfolge tritt zunächst ein, entfällt jedoch wieder mit Eintritt eines bestimmten Umstandes.“

Das BGB und den Beko BBL Statut können acht Vereine in Bezug auf das Lizenzverfahren für die BBL erst einmal zur Seite legen: der deutsche Meister EWE Baskets Oldenburg, Alba Berlin, Telekom Baskets Bonn, Phantoms Braunschweig, Artland Dragons, Mitteldeutscher BC, ENBW Ludwigsburg und die Frankfurt Skyliners. Diese Vereine haben für die kommende Saison der Beko Basketball-Bundesliga die Lizenz ohne Auflagen erhalten. Besonders glücklich zeigt man sich beim Mitteldeutschen BC und den NewYorker Phantoms Braunschweig – mit Fremd- und Eigenlob für die Arbeit des Managements beider Vereine inklusive.

Neben Bamberg, Giessen und Göttingen haben Tübingen und Bremerhaven eine „Lizenz mit Auflage“ erhalten. Letztere stehen dieser aber gelassen gegenüber: „Diese Auflage beinhaltet, dass wir dem Lizenzligaausschuss einen wesentlichen Teil unserer Sponsoringeinnahmen nachweisen müssen”, erklärt Eisbären-Geschäftsführer Jan Rathjen. Und die WALTER Tigers Tübingen müssen bis zum 30. Juni 2010 noch 80% der geplanten Werbeerträge nachweisen. Vorbehalte, dass eine Auflage potentielle Sponsoren abschrecken könnte, bestehen öffentlich nicht.

Aufsteiger BBC Bayreuth hat – neben den abstiegsgefährdeten Phoenix Hagen – eine Lizenz mit auflösenden Bedingungen erhalten. Doch hier geben sich Fans zuversichtlich. So heißt es auf dem Gruebelei-Blog: „Schon letzte Saison erfüllte Bayreuth die Lizenzvoraussetzungen der BBL unter Auflagen und vermutlich (das Lizenzierungsverfahren 2010 läuft ja noch) werden sie es wieder schaffen und einer der wenigen Aufsteiger sein, der ohne wahnsinnigen Kraftakt den Schritt in die Beletage des deutschen Basketballs  wahrnehmen kann. Die gegenwärtigen Zuschauerzahlen (rund 2350 im Schnitt) sind beeindruckend.“

TBB Trier, die sich mit dem Heimsieg gegen Ulm aus sportlicher Hinsicht verbessert hat, muss den Nachweis von Eigenkapital in Höhe von 100.000 Euro erbringen. Für den Verein sei das kein Problem, so Aufsichtsratvorsitzender Moog.

Bei den GIANTS Düsseldorf, die eine Lizenz mit auflösenden und aufschiebenden Bedingungen erhalten haben, hält man sich dahingehend bedeckter, aber trotz der auch sportlich angespannten Lage gefasst – jedenfalls auf der eigenen Homepage: „Wir haben damit gerechnet, dass wir die Lizenz zunächst mit Bedingungen erhalten würden. Natürlich werden wir alles daran setzen, die vom Lizenzligaausschuss gestellten Bedingungen eintreten zu lassen“, so Di Padova. Gegenüber der Deutschen Presseagentur äußerte Di Padova laut Bild doch Zweifel: „Einige Sponsoren warten noch ab. Wir haben die Hoffnung, es zu schaffen. Aber die Situation ist sehr schwierig“.

In dem gleichen Beitrag heißt es über die Paderborn Baskets, dass diese keine Wildcard beantragen wollen, wenn einem Verein die Lizenz nachträglich noch entzogen werden sollte. Eine Entscheidung des Tabellenletzten und immer noch finanziell stark eingeschränkten Vereins, die wohl keinen überrascht. „Wir haben derzeit keine 100.000 Euro dafür“, sagte Vereinspräsident Wolfgang Walter laut Ahlener Zeitung auf dpa-Anfrage. Darüber hinaus fordert die BBL von den Baskets einen verschärften Konsolidierungskurs: „Da nur 1700 Zuschauer pro Partie kamen, hat der Club statt der angestrebten 50 Prozent nur ein Drittel seiner Schulden von 400.000 Euro abgebaut“, heißt es in der Ahlener Zeitung. Fast unrettbar – wie die sportliche Situation der Paderborn Baskets.

Bleibt nur zu hoffen, dass es den Baskets nicht so schlecht ergeht wie Nördlingen, die sich nach BBL und ProA in die ProB verabschieden müssen.

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