Robert Oehle im exklusiven Interview über Basketball und die Paderborn Baskets
“Die Position des Centers ist für jedes Team sehr wichtig,
denn gute Center können Spiele entscheiden [...].”
Robert Oehle kam vor drei Jahren nach Paderborn und etablierte sich schnell. In dem exklusiven Baskets-Blog-Interview spricht der 2,09 große Center mit der Nummer 40 über seinen Werdegang, das neue Team und seine Zukunft in der BBL:
Für die, die Dich noch nicht kennen: Seit wann spielst Du in Paderborn und wie hast Du es bis ins Bundesliga-Team geschafft?
Oehle: Ich bin in der Saison 2006/2007 im Rahmen der Talentoffensive OWL zu den Paderborn Baskets gekommen, um vorrangig in der Nachwuchsbasketballbundesliga (NBBL) zu spielen. Doch bereits nach den ersten Trainingseinheiten bot mir der damalige Trainer Doug Spradley an, ein oder zwei Mal pro Woche mit dem Erstligateam zu trainieren. Im Laufe des Jahres wurden daraus dann vier Trainingseinheiten pro Woche. Letztendlich wurde ich aufgrund guter Trainingseindrücke und guter Spiele in der NBBL fester Bestandteil der 1. Mannschaft. Seitdem habe ich mich immer weiter nach vorne gearbeitet.
Rückblickend ist es merkwürdig zu sehen, wo ich als Jugendlicher angefangen habe – nämlich in der Jugendmannschaft meines Heimatvereins DJK Rheda – und wie weit ich es bis heute geschafft habe.
Was ist an Deiner Position besonders reizvoll?
Oehle: Ein Center zu sein, ist die reizvollste Position im Basketball – zumindest für mich. Denn ein Center ist dort, wo es weh tut, ist einer, der die Drecksarbeit macht und seinem Team in der Defense den Rücken freihält. In der Offense muss ich gleichzeitig meine Mitspieler durch Blöcke freispielen, oder ich muss selbst für Korbgefahr sorgen. Aus diesem Grund trainiere ich trotz meiner Größe und meinem robusten Körperbau jeden Tag meine Kraft, meine Beweglichkeit und Technik.
Ich denke, dass die Position des Centers für jedes Team sehr wichtig ist, denn gute Center können Spiele entscheiden und da möchte ich auch eines Tages hinkommen.
Du wirst als Center der Zukunft bezeichnet und die Fans lieben Dich. Hat die Zukunft für Dich schon begonnen?
Oehle: Was soll man dazu sagen außer: “Erst mal auf dem Teppich bleiben.” Im Moment finde ich es sehr schön, dass ich die Spielzeit nutzen kann, die ich bekomme. Ich kann nur hoffen, dass es so weiter geht. Aber ich habe noch eine Menge Arbeit vor mir und ich werde noch einige tausend Trainingsstunden damit verbringen müssen besser zu werden.
Dass die Fans mich mögen und anfeuern, wenn ich aufs Spielfeld komme, ist wirklich eine tolle Sache. Aber gerade das muss sich jeder durch Kampf und Leistung verdienen. Ich habe bis jetzt zwei gute Spiele gemacht und hoffe, dass es in Zukunft mehr werden und wir zeitgleich gewinnen.
Terence Dials ist als neuer Center zu den Baskets gestoßen. Bedeutet das eine größere Konkurrenz für Dich, oder steht die Leistung von Dials für die Baskets im Vordergrund.
Oehle: Ich denke, dass Terence eine sehr gute Ergänzung ist und uns vor allem bei der Rotation helfen kann. Er wird uns helfen, aggressiver zu verteidigen, denn bei nur drei großen Spielern muss jeder stark auf seine persönlichen Fouls aufpassen. Offensiv haben wir durch ihn eine Waffe mehr. Außerdem bin ich froh, im Training wieder gegen einen echten Center zu spielen und von ihm noch einige Sache lernen zu können.
In welcher Weise hat sich Dein Spiel entwickelt, seitdem Du im Bundesliga-Team spielst?
Oehle: Mein Spiel hat sich dramatisch verändert. Ich habe in jedem Bundesliga-Jahr Leistungssprünge gemacht. Das gilt insbesondere für die Bereiche Kraft, Technik und Wurf. Außerdem konnte ich mir in den letzten drei Jahren das Spielverständnis und die einen oder anderen Tricks von einigen Mitspielern wie z.B. Chris Ensminger, Marius Nolte, Tim Black oder Steve Esterkamp abschauen. Aber grundsätzlich denke ich, dass da immer noch Luft nach oben ist.
Wie läuft es im neuen Team?
Oehle: Alle im Team verstehen sich sehr gut. Wir sind ein sehr junges Team mit relativ wenig Erfahrung. Aus diesem Grund machen wir gelegentlich noch Fehler, aber man merkt, dass wir uns deutlich entwickeln. Das wird sich bald in sportliche Erfolge ummünzen lassen.
Was bedeutet die neue Taktik unter dem neuen Trainer Olaf Stolz für Dich?
Oehle: Für mich ist die neue Situation gut, weil mir der Coach vertraut und mich auch schon relativ früh ins Spiel bringt. Im Vergleich zum letzten Jahr bekomme ich mehr Verantwortung und Spielzeit. Auf dem Feld versuche ich, dieses Vertrauen durch Leistung zu rechtfertigen, und immer besser zu spielen als in der Begegnung zuvor.
Wo siehst Du Dich in der Zukunft bzw. in drei Jahren?
Oehle: Generell möchte ich mit der aktuellen Mannschaft so viele Spiele gewinnen wie möglich, um am Ende der Saison auf einem gesicherten Mittelfeldplatz zu landen. Ich persönlich erhoffe mir für diese Saison, dass ich eine feste Größe in der Mannschaft werde und somit den ersten Schritt machen kann, um mich in der BBL zu etablieren. In drei Jahren will ich ein fester Spieler in der BBL sein. Und vielleicht für die deutsche A2 oder A1 Nationalmannschaft auflaufen, denn die Erfahrungen mit der deutschen U20 Basketballmannschaft waren etwas sehr besonderes. Ein anderes Ziel ist der Abschluss meines Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Paderborn.
Wie findest Du, dass ihr mit dem neuen Ausrüster ARMADA® jetzt in roten Trikots spielt?
Oehle: ARMADA® ist ein guter neuer Ausrüster und ich finde die neuen Trikots recht ansehnlich. Dass wir jetzt bei Heimspielen in Rot spielen, ist angesichts der ‘Maspernhölle’ nur eine logische Konsequenz. Ich habe auch schon einige Fans mit den neuen Trikots gesehen. Deswegen denke ich, dass die Trikots auch den Geschmack der Fans treffen.
Vielen Dank für das Interview!
Redaktion: GEMACO Internet-Marketing | Foto: Köppelmann


